Ich schreibe mal ein kurz Review auf Deutsch, vielleicht mag es dem Einen oder der Anderen helfen. Es geht hier um den RF Laser:
- Zunächst mal: Bestellvorgang, Abwicklung, ordentliche Rechnung für die Firma, Anlieferung Top. Das hat wirklich überraschend gut funktioniert.
- Die Erstinbetriebnahme war mechanisch/elektrisch ebenfalls kein Problem, zur Software später ein paar Worte
- Vorneweg direkt mal: Das Gravurergebnis des Lasers ist sensationell gut im vergleich zu den kleinen Co2 Lasern, die ich bisher hatte. Auch die Schnittergebnisse sind super, natürlich entsprechend eingeschränkt was Materialstärke angeht, aber das ist ja vollkommen klar. Leider haben doch zunächst mal die negativen Eindrücke überwogen:
- Die mitgelieferte Standalonesoftware lässt sich - trotz sehr bemühtem und wirklich gut zu erreichenden Onlinesupport nicht stabil dazu bewegen den Laser anzusteuern. Gleiches gilt für die OnlineSoftware, die den Laser mal findet, mal nicht. Mit Lightburn - ohnehin die erste Wahl - funktioniert er einwandfrei.
- Leider kam der Laser nicht mit sauber eingestellten Parameterprofilen weder in der Hauseigenen Software noch für Lightburn so dass die ersten Ergebnisse auch bei sehr langsamer Geschwindigkeit in ruckeligen Kreisen, Linien, verschobenen Gravuren resultierte. Mit viel Aufwand über Teamviewer und Whatsapp hat der SUpport dann alle Parameter noch mal richtig durchkonfiguriert und danach sind die Ergebnisse sehr akkurat. Die Schnittgeschwindigkeit führt allerdings bei hohen Einstellungen auch hier noch zu ruckeligen Kreisen und Bögen, da ist die angegebene Maximalgeschwindigkeit doch eher Marketing.
- Was leide rüberhautp nicht funktioniert ist die direkte Steuerung aus Lightburn heraus. Wenn man die Daten über Start von Lightburn aus an den Laser sendet werden die Ergebnisse absolut unbrauchbar, da stimmt scheinbar etwas mit dem USB Timing nicht. Das taugt allenfalls, um die den Frame mal anzeigen zu lasssen. Brauchbare Ergebnisse erhält man nur durch Übertragen des Daten in den Speicher des Lasers und dann durch den Startbutton. Hier liegt aber dann schon das nächste Problem, denn es gibt am Laser kein Menü oder sonstiges ausser diesem einen Button. D.h. man muss eben doch aus Lightburn heraus alle Steuerungsbefehle absenden, nur das eigentliche Schneiden dann nach Übertragen der Datei kann man am Laser starten und pausieren. Hierdurch wird speziell das feine Positionieren am Werkstück zur Fummelarbeit mit Maus und Co. Ein Anschluss des Lasers über Ethernet ist komischerweise nicht vorgesehen, das würde ggf. die Kommunikationsprobleme lösen aber der Ethernet ist absurderweise nur für die Kamera.
- Der Airassist ist zwar schön integriert und tut im Grunde auch aber er ist VIEL zu schwach. Leider gibt es durch die integration der gesamten Assiststeuerung auf einer kleinen Platine an der Mini Pumpe keine Möglichkeit, eine externe Druckluft anzuschließen. Das könnte durch ein zB umschaltbares Einlassventil leicht bewerkstelligt werden aber nicht so wie es verbaut ist. Schade
- Der Autofocus ist kein Echter, man muss zuvor die Materialdicke messen und im Lightburn diese von der Maximaldicke abziehen und dann eintragen. Dann fährt der Schneidkopf sehr exakt auf die Focusposition. Ist OK wenn man sich dran gewähnt hat. Bei den neueren Co2 Lasern von Gweike scheint es einen Echten AF zu geben (was durch den verwendeten Laserkopf mit Z Achse auch beim RF problemlos möglich wäre. Mir absolut schleierhaft warum man das beim Top Gerät weg lässt.
- Die integrierte Kamera funktioniert unter Lightburn ausreichend gut, man kann hierüber eine grobe Positionierung hinbekommen, eine Live Ansicht ist aber nicht möglich, d.h. man muss das Bild ständig aktualisieren wenn man das Werstück verrutscht. Kann sein, dass es eine Beschränkung von Lightburn ist aber damit kann ich leben.
- In Kombination mit der originalen Gweikecloud Filter-Absaugung funktioniert das Filtern der Luft auch recht gut, wenn man im Vorderen Bereich lasert qualmt es leider doch manchmal etwas aus den Schlitzen heraus. Die mitgelieferte Absaugung (Rohrlüfter) ist wie immer bei solchen Geräten ein Witz und wurde direkt entsorgt.
Bevor es nun zu viel Text wird, hier mein Fazit:
Wir schaffen es nach viel einarbeitung und Einstellerei mit dem Laser sehr gute Gravurergebnisse für unsere Orgelbauprojekte zu erzielen. Auch sicherheitstechnisch ist das Gerät im Gegensatz zu jedem anderen Chinalaser den ich in den Fingern hatte ein Traum, hier ist alles sauber, gekapselt und elektrisch OK (bin Elektroingenieru und habe auch direkt mal einen eCheck gemacht - bestanden, fast schon ein kleines Wunder).
Es bleibt aufgrund der doch zahlreichen kleinen Mängel bei einem sehr durchwachsenen Fazit. Wir verwenden das Gerät fast täglich aber bein unseren Produktionsmengen und Margen kommt ein wirklich "Guter" der ja schnell man die 15.000,- Marke knackt einfach nicht in Frage. Daher bleiben wir erstmal beim GC RF Laser.